Die meisten neuen Wärmenetze sind momentan Wärmenetze der 4. Generation, die sich durch niedrige Vorlauftemperaturen im Bereich 70 bis 40 °C auszeichnen. Trotz alledem fallen immer noch Wärmeverluste bei der Übertragung an und es lassen sich vor allem regenerative Wärmequellen nicht ohne zentrale Temperaturanhebung über Wärmepumpen einbinden.

Bei Wärmenetzen der 5. Generation bewegen sich die Mediums-Temperaturen in einem Bereich von 20 bis unter 0 °C – die sogenannte Kalte Nahwärme. Durch die niedrigen Temperaturen treten übers Jahr in den meisten Fällen keine Wärmeverluste, sondern sogar Wärmegewinne auf. Zudem lassen sich auch erneuerbare Wärmequellen auf sehr niedrigem Temperaturniveau, wie beispielsweise oberflächennahe Geothermie und Umweltwärme, direkt einbinden. Ein weiterer Vorteil ist die bidirektionale Funktionsweise des Wärmenetzes, die es ihm erlaubt, nicht nur Wärme abzugeben, sondern diese auch aufzunehmen. Dadurch ist es möglich, angeschlossene Gebäude kosteneffizient und nachhaltig zu kühlen. Aus diesem Grund heißen sie auf Englisch auch „5th Generation District Heating and Cooling“ (5GDHC).

In Zusammenarbeit mit der TH Nürnberg und der FAU Erlangen hat die Energie PLUS Concept GmbH einen Beitrag in der internationalen Fachzeitschrift Sustainability veröffentlicht, in dem die Rolle der 5GDHC in der zukünftigen Versorgung ganzer Stadtteile sowie Erfahrungen aus der Planung solcher Wärmenetze beschrieben werden.

Die Veröffentlichung ist frei zugänglich und kann hier heruntergeladen werden.